Erst wurde das Sudetenland eingenommen, dann wurde in Polen „zurück“ geschossen. Dazwischen deutsche Christen, die das alles glaubten und für richtig befanden und eine internationale Politik, die stillschweigend duldete. Die Parallelen sind unübersehbar. 

ältestes Coventry Nagelkreuz, KielKaum wurde die Hauptstadt von Venezuela eingenommen und unter Regierungsherrschaft der USA gestellt, verkündet der US Präsident, dass man sich nunmehr in Grönland dringend wehren müsse. Und die „Christlichen Nationalisten“ glauben das alles und klatschen Beifall. Was danach ansteht, können wir in Geschichtsbüchern nachlesen.

Nein, hier geht es nicht um Politisierung unserer Leser, um Meinungsmache oder Alarmismus. Dass Herr Maduro nicht mehr im Amt ist, kann man sogar richtig finden. Dass Grönland von chinesischen und russischen Schiffen umringt ist, wie Trump behauptet, kann man sogar für wahr halten. Unabhängig von Weltsicht und politischer Überzeugung ist erkennbar, dass heute um eigener wirtschaftlicher Interessen und gekränkter Eitelkeiten willen, ein dritter Weltkrieg billigend in Kauf genommen wird. Östlich von uns, westlich von uns.

Da dürfen Christen nicht schweigen. Sie müssen ihren Mund auftun. Und beten. In jedem Gottesdienst, in jeder Andacht, in der persönlichen stillen Zeit. In meiner eigenen Glaubenstradition habe ich manches über Offenbarung 7 gehört, den Winden (Kriege) von den vier Enden der Erde, die von Engeln zurück gehalten werden, damit kein Schaden geschieht. Nun weiß ich, dass die Offenbarung mehr Auslegungsoptionen hat, als sie Kapitel hat. Aber Botschafter des Friedens möchte ich allemal sein, an mich halten, mit meiner Empörung, meinem Entsetzen und der öffentlichen Kriegsrhetorik Hoffnungstrotz entgegenstellen, so gut es geht. Und sei es durch Treue im Gebet.

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. (2. Tim. 1,7)