Ella träumt, nicht nur in der Nacht. Auch tagsüber geht sie gerne mal auf Reisen. Sie braucht das, mal raus aus dem Alltagstrott. Ella braucht es ihre Gedanken schweifen zu lassen, nicht nur konzentriert am Schreibtisch zu sitzen und fokussiert die Aufgaben zu erledigen. Ella braucht den Blick in die Weite.

An ihrem Arbeitsplatz hängt eine Fotografie. Das Bild lädt ein im Wald spazieren zu gehen. Bäume, grün und saftig. Sonne und Schatten spiegeln sich auf den Blättern, ein kleiner Bach plätschert durchs Bild. Schließt Ella die Augen, hört sie Vögel zwitschern, riecht sie den Frühling. Auch wenn sie gerade nicht in die Natur kann, wie jetzt am Wochenende, den Moment gönnt sie sich.

Sie betrachtet das Bild, schließt die Augen, atmet.

Ella kann einen Moment abtauchen. Mehr braucht es oft gar nicht. Manchmal stellt Ella sich vor, was sie entdeckt hinter der Weggabelung. Mal geht sie im Gedanken dort mit Begleitung spazieren, dann setzt sie sich ein anderes Mal einfach allein in die Sonne und genießt die Stille.

Bernhard von Clairvaux schrieb einmal: „Gönne dich dir selbst“ und wies darauf hin, wie wichtig es ist bei allem Tun und Sorge um andere, sich selbst im Blick zu haben. Denn, so fragt auch schon Jesus (Mt 16,26): „Was nützt es einem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen, wenn er selbst dabei an seiner Seele Schaden nimmt?“

Ella träumt, auch am Tag. Immer wieder mal. Nicht ständig, nicht lange, aber sie gönnt sich diese Auszeit und geht auch mal in Gedanken spazieren. Danach ist sie oft entspannter und sie geht mit neuem Elan an ihre Arbeit.

 

02.03.2026 / csb