Gebt Gott die Ehre

Oceandrum, Tambura und Donnertrommel ... drei seltsame Instrumente im Gottesdienst. Und dann ein merkwürdiger Gesang: "Fürchtet Gott und gebet ihm die Ehre..."

Claudias Predigtthema im SCHALOM-Haus war heute "Gebt Gott die Ehre", basierend auf Offenbarung 14,7.  Mitten im Buch der Offenbarung, quasi als Brücke zwischen den Trostschreiben und Leidensankündigungen an die Gemeinden und den Ankündigungen der kommenden Herrlichkeit Gottes steht der Aufruf zur Anbetung.

Wem folgst du? Wen betest du an? Auf wen richtet sich dein Fokus? Waren Fragen, die Claudia in diesem Zusammenhang der Gemeinde stellte. 

Die Szenerie, wie sie in der Offenbarung beschrieben ist, wird von Meeresrauschen, Donnergrollen und Harfenspiel begleitet.  Wie vermittelt man das einer Gemeinde? Nur durch Erklärungen?  Gerade das Buch der Offenbarung ist ja nicht ein Buch der systematischen Erklärungen und Informationsvermittlungen, sondern des intensiven Glaubenserlebens, des Trostes, der vielschichtigen, visionären Bilder und auditiven Wahrnehmungen.

Also hat die Musiktherapeutin Claudia drei Instrumente aus ihrer Praxis mitgebracht, die am ehesten den "Sound" der Offenbarung nachbilden konnte - eine riesige Oceandrum, eine Tambura (okay, die war geborgt) und eine Donnertrommel, eindrucksvoll gespielt von Claudia und zwei Jugendlichen der Gemeinde.  Und in diese Soundkulisse hinein sang Andreas einen Introitus des Kirchmusikers Horst Gehann: "Fürchtet Gott und gebet ihm die Ehre, denn die Zeit seines Gerichts ist gekommen. Und betet den an, der gemacht hat Himmel und Erde und das Meer und Wasserbrunnen." Kein eingängiges Lied, sondern ein Ruf, eine Aufforderung zur Anbetung.

Dann konnte die Predigt von Claudia weitergehen. Sie führte in nachdenkliche Stille und dann in durchbrechendes Gebet. Anbetung ist der Augenblick, wo ein Mensch über sich hinauswächst - oder, um es mit einem Fremdwort zu sagen, sich selbst transzendiert. Es richtet Menschen neu aus, gibt Perspektive in dunkelsten Zeiten der Krise - sei es in der alten Geschichte, sei es in der Gegenwart einer Gemeindeerfahrung. Das wurde in diesem Gottesdienst spürbar, hörbar, erfahrbar.